Januar 2010 [Monatsarchiv]


Der Holocaust als Schieflösung der Krise und die Gefahr des Antisemitismus als Staatsdoktrin

Am 27. Januar 2010, dem Internationalen Holocaustgedenktag, fand am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Stuttgart eine gemeinsame Kundgebung des Iranischen Solidaritätskomitees Stuttgart, des AK Soziale Ökologie und von Emanzipation und Frieden statt. Sie stand unter dem Motto: Lehre aus dem Holocaust - Keine Geschäfte mit dem iranischen Regime!
Wir dokumentieren die Reden, die gehalten wurden.

Markus Mersault (Emanzipation und Frieden): "... Der Holocaust ist die Folge eines bestimmten Konzeptes, die objektive Krise des Kapitalismus und die subjektive Krise des Individuums, die miteinander zusammenhängen, aufzulösen; mit einer Lösung im eigentlichen Sinne, mit Analyse und Behandlung hin zu gelungener Gesellschaftlichkeit und Individuation hat jenes Krisenlösungsmodell freilich nichts zu tun... Der neue Antisemitismus ist ein anderer: er ist nicht trotz Auschwitz, sondern gerade wegen. Er zeigt sich nicht mehr offen, sondern versteckt, oftmals in Form von Antizionismus, also dem Hass auf Israel... Besonders virulent und gefährlich - das ist spätestens seit dem Nationalsozialismus bekannt - ist der Antisemitismus da, wo er zur Staatsdoktrin erhoben wurde und wo seine Verfechter über die technischen Möglichkeiten verfügen oder alsbald verfügen können, die die massenhafte Vernichtung von Jüdinnen & Juden und ihres Staates ermöglichen würde. Diese Bedingungen sind gegenwärtig im Iran erfüllt...".
Lesen [hier] die Langfassung der Rede.

Lena (Iranisches Solidaritätskomitee Stuttgart): "... Ich stehe hier heute als eine iranische Jugendliche, die seit über 6 Monaten den Druck der Diktatur in ihrem Heimatland zu spüren bekommt, daher komme ich auf den Iran zu sprechen, denn dort, im heutigen Iran unter der islamischen Herrschaft gibt es viele Parallelen zum Hitler-Deutschland...".
Lesen Sie [hier] die ganze Rede.

Farideh Gossmann, (Vorstandsmitglied und Frauengruppe der iranischen Bibliothek Stuttgart e.V.): Vorstellung eines Forderungskatalogs, der von sehr vielen iranischen Frauen unterschrieben wurde.
Lesen Sie [hier] die ganze Rede.

Außerdem wurden die Namen von 134 deutschen Firmen verlesen, die im Iran-Geschäft tätig sind.

Den Aufruf zur Veranstaltung finden Sie [hier].